Martin Kroll

Kroll: „Der Sport ist eigentlich sekundär, wichtiger ist es, sich wieder mit der Motorsport-Familie zu treffen.“

Hofor Racing gehört zu den erfolgreichsten BMW Kundensport Teams der vergangenen Jahre. Allein in der Saison 2018/19 feierte man 25 Podiumsplatzierungen sowie die Teamtitel beim 24h Series Champion of the Continents, in der 24h Series European Championship und der ADAC GT4 Germany. Zum krönenden Abschluss folgte am Jahresende noch der Titel in der BMW Sports Trophy Teamwertung. Im Interview spricht Teamchef Martin Kroll unter anderem über die Bedeutung dieser Erfolge, logistische Herausforderungen und sein persönliches Highlight 2020.

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Herr Kroll, 25 Podiumsplatzierungen und die Teamtitel beim 24h Series Champion of the Continents, in der 24h Series European Championship und der ADAC GT4 Germany – 2019 war für Hofor Racing ein Jahr wie aus dem Bilderbuch, oder?

Martin Kroll: „Im Prinzip ja. Wir sind sehr zufrieden, das hätten wir am Anfang des Jahres auch ohne zu Zögern so unterschrieben. Das Jahr hat schlecht angefangen und schlecht aufgehört, aber unter dem Strich waren wir am Ende vorne.“

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Hofor Racing

Mit diesen Ergebnissen hat es dann auch erstmals zum Teamtitel in der BMW Sports Trophy gereicht. Was bedeutet dieser Erfolg für das Team?

Kroll: „Was will man mehr erreichen, als in einem Jahr so viele Titel zu holen? Es war für Hofor Racing das bislang beste Jahr. Wir haben darauf hingearbeitet, dass wir das mal schaffen. Und mit unseren Partnern Küpper Racing und Bonk Motorsport haben wir das gemeinsam geschafft.“

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Durch Ihren Teamsitz in der Schweiz ist die Logistik nicht ganz so einfach wie für andere Teams. Wie gehen Sie damit um?

Kroll: „Wir haben die Logistik dadurch vereinfacht, dass unsere Autos eigentlich während der Saison in Deutschland stationiert sind, und wir unsere verschiedenen Fahrzeuge auch getrennt haben. Wir haben bei Küpper unsere SP6-Fahrzeuge, die BMW E46, und bei Bonk die BMW M4 GT4 und unseren BMW M240i Racing. Das vereinfacht die Logistik und auch den Service und die Teileversorgung.“

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Was will man mehr erreichen, als in einem Jahr so viele Titel zu holen? Es war für Hofor Racing das bislang beste Jahr.
Martin Kroll, Teamchef Hofor Racing

Diese Kooperationen haben aber keinen Einfluss auf Ihre Fahrerbesetzungen, oder? Da sind Sie eigenständig – mit einem großen Schwerpunkt auf der eigenen Familie…

Kroll: „Das ist richtig. Mit meinem Bruder Michael und Alex Prinz, dem Schwiegersohn meines Bruders, sind wir im vergangenen Jahr alles gefahren, was wir fahren konnten. Meine Nichte Chantal hatte ihre Babypause, kommt aber 2020 wieder zurück.“

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Martin Kroll

Sie fahren drei verschiedene Fahrzeugprogramme: die BMW E46 der SP6 auf der Nürburgring-Nordschleife, einen BMW 240i Racing in der Creventic Series und die BMW M4 GT4 in der ADAC GT4 Germany. Welchem dieser drei BMW Rennfahrzeuge räumen Sie die größten Chancen im Jahr 2020 ein?

Kroll: „Für mich persönlich als Fahrer ist es der SP6, für das Team aber ganz klar der BMW M4 GT4. Die Stärke des GT4 ist, dass wir mit ihm die großen Rennen bestreiten können, im Rahmen des ADAC GT Masters, beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring und in der Creventic Series. Das Auto ist überall einsetzbar, wo es eine GT4-Klasse gibt.“

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Was wäre für Sie persönlich das größte Highlight in diesem Jahr, wenn die Saison 2020 nach den ganzen Absagen und Verschiebungen durch die aktuelle Corona-Pandemie wieder Fahrt aufnehmen kann?

Kroll: „Auf die aktuelle Situation bezogen wäre es, dass sich die ganze Rennsport-Familie wieder auf der Strecke trifft. Aufgrund der Situation, die momentan weltweit herrscht, weiß ich nicht, ob ich irgendeinen Meisterschaftspokal mit Freude in mein Regal stellen würde. Aber es ist mir ein persönliches Anliegen, die Autos so schnell wie möglich wieder auf die Rennstrecke zu bekommen. Der Sport ist eigentlich sekundär, wichtiger ist es, sich wieder mit der Motorsport-Familie zu treffen. Ich habe auf dem Schreibtisch in meinem Büro die ganzen möglichen Terminverschiebungen der einzelnen Rennserien liegen, da ist kein normaler Meisterschaftsbetrieb mehr möglich. Es wird viele Überschneidungen geben, aber ich will mich nicht festlegen auf einen Rennserien-Partner, mit dem ich zusammenarbeiten und den ich stärken möchte. Ich will alle unsere Partner gleichwertig unterstützen, denn alle haben die gleichen Probleme. Da will ich keinen bevorzugen oder benachteiligen. Das entspräche nicht der Philosophie von Hofor Racing. Das betrifft nicht nur die Rennveranstalter wie VLN, Creventic und ADAC GT Masters, sondern genauso die Hotels, in denen wir immer waren, und auch unsere Dienstleister wie Küpper Racing und Bonk Motorsport. Da können wir ja nicht einfach sagen: „Wir fahren in diesem Jahr nicht mit Euch.“ Ich versuche zusammen mit meinem Bruder, alle gleich einsetzen zu können. Wir planen, ab dem 1. Juli wieder voll dabei zu sein, wenn es die Situation und der Terminkalender erlauben. Und wir versuchen, die Ressourcen so einzusetzen, dass jeder etwas davon hat.“

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