Marius Zug

Zug: „Im Rennen versuchen wir, das Beste abzuliefern.“

Marius, wenn du auf die vergangene Motorsportsaison zurückblickst: Was waren deine persönlichen Highlights?

Marius Zug: „Eigentlich war das ganze Jahr ein einziges Highlight. Es war meine erste Saison, und ich hatte mir nie ausgerechnet, dass es so gut laufen würde. Höhepunkte waren das erste Rennwochenende der ADAC GT4 Germany in Oschersleben mit der ersten Startreihe und dem Sieg sowie der Saisonabschluss mit dem Start im BMW M6 GT3 in Monza. Wir sind Vize-Meister in der ADAC GT4 Germany und der GT4 European Series geworden, dazu kam für mich noch der Juniortitel in der ADAC GT4 Germany und der ‚Rookie of the Year‘-Titel in der BMW Sports Trophy. Insgesamt war das Jahr einfach super.“

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Hättest du mit so einer Saison zum Jahresbeginn nach dem Umstieg vom Kart in den Automobilsport gerechnet?

Zug: „Gerechnet hatte ich damit auf keinen Fall. Die Saison war eigentlich als Lernjahr in der GT4 gedacht, um in diesem Jahr um den Titel kämpfen zu können. Aber es lief so gut, dass wir jetzt schon einen Schritt weiter sind. Und die Ehrung bei der BMW Sports Trophy mit Alex Zanardi auf einer Bühne war ein schöner Moment und eine tolle Auszeichnung.“

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BMW M4 GT4

Im vergangenen Jahr bist du im BMW M4 GT4 gestartet. Womit kann das Fahrzeug in deinen Augen am meisten überzeugen? Wodurch hebt es sich von der Konkurrenz ab?

Zug: „Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl im Auto. Als Aufsteiger aus dem Kart war ich noch unerfahren und am Anfang bei den ersten Tests auch etwas nervös. Aber das Auto war von Anfang an gut zu fahren und hat mir ein gutes Gefühl vermittelt. Wir sind im ganzen Jahr auch von BMW M Customer Racing an der Strecke prima unterstützt worden. Der Hauptvorteil des BMW M4 GT4 ist sein hohes Drehmoment im Vergleich zur Konkurrenz. Dadurch kann man auch aus engeren Kurven sehr schnell sehr viel Leistung auf die Straße bringen.“

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Wie überbrückst du in der aktuellen Situation die unfreiwillig rennfreie Zeit?

Zug: „Ich habe natürlich morgens immer noch Schule, aber ansonsten ist ohne den Ganztagsunterricht schon etwas mehr Zeit zum Simulatorfahren und für das Fitnesstraining. Da kann ich etwa beim Laufen oder Radfahren mal an längere Distanzen gehen. Zuletzt saß ich an einem Wochenende auch zum ersten Mal wieder in einem Kart, dort sind schon mehr Strecken wieder geöffnet als für Autos. Deshalb bin ich dort wieder ein bisschen aktiver, als Ausgleich und um auch wieder fahren zu können.“

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Marius Zug

Eine immer größere Wahrnehmung und Akzeptanz erfährt momentan das Sim-Racing. Wie bist du in dieses Thema involviert?

Zug: „Ich habe 2017 mit Sim-Racing angefangen, als klar war, dass ich eigentlich Formel 4 fahren wollte. Da habe ich meinen ersten Simulator bekommen. Zuerst bin ich alleine gefahren und habe mich in erster Linie auf anstehende Rennen vorbereitet, ohne an Sim-Racing-Events teilzunehmen. Jetzt habe ich aber einen neuen Simulator bekommen, mit dem alles noch deutlich besser geht. Ich nutze den Simulator jetzt auch zum täglichen Training und werde künftig bei Sim-Racing-Rennen für BS+COMPETITION an den Start gehen. Ich bin mit dem Team ins Gespräch gekommen, wir haben uns zusammengesetzt und sind zusammen erste Sessions gefahren. Der Kontakt wurde dann immer intensiver, und wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass es gut passt. Jetzt stehen die ersten gemeinsamen Rennen an.“

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Bei welchen Events wirst du für BS+COMPETITION starten?

Zug: „Im Sim-Racing kann man ja theoretisch rund um die Uhr rund um die Welt an Rennen teilnehmen. Die interessantesten Rennen für uns in der nächsten Zeit sind bei iRacing die 24-Stunden-Events und der BMW SIM 120 Cup.“

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Marius Zug

Was unterscheidet Sim-Racing vom realen Rennsport? Wo liegen die Herausforderungen?

Zug: „Ich finde, dass die Chancengleichheit größer ist, weil weniger äußere Faktoren eine Rolle spielen. Natürlich kann mal ein Rechner abstürzen, aber es gibt keine Probleme wie etwa einen Reifenschaden. Allerdings braucht man auch mehr Training. Es ist schon eine Umstellung, ob man in Oschersleben mit dem BMW M4 GT4 real auf der Rennstrecke fährt oder im Simulator. Da kann man nicht direkt die gleichen Resultate erwarten. Darauf muss man sich explizit vorbereiten.“

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Wo hat Sim-Racing Vorteile gegenüber dem klassischen Rennsport?

Zug: „Auf jeden Fall bei der Chancengleichheit, und dass man viel mehr Zeit effektiv auf der Strecke nutzen kann.“

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Wie bereitest du dich auf ein Sim-Rennen vor?

Zug: „Die Vorbereitung ist bei BS+COMPETITION sehr gut und professionell geregelt. Wir sind drei bis vier Mal pro Woche im Training, dabei zwei, drei Stunden zusammen unterwegs. Dabei erarbeiten wir zusammen Set-ups und Ideallinien, probieren alles Mögliche aus. Im Rennen versuchen wir dann, das Beste abzuliefern.“

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Marius Zug

Wie gelingt ein erfolgreicher Einstieg ins Sim-Racing? Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?

Zug: „Man braucht natürlich eine Sim-Racing-Hardware, kann da aber auch schon kostengünstig einsteigen. Vor allem muss man aber viel Zeit investieren, weil man am Anfang viel zu lernen hat. Auch für mich war das komplett neu. Wenn man dann nach einiger Zeit besser reinkommt, kann man wie ich überlegen, ein Upgrade seines Simulators vorzunehmen, um richtig anzugreifen.“

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Mit welchem Fahrer würdest du dir gerne einmal das Cockpit teilen, im Sim-Racing oder real auf der Rennstrecke?

Zug: „Ich würde im Sim-Racing mal gerne zusammen mit Timo Glock fahren. Im letzten Jahr war ich beim DTM-Finale mal bei ihm zu Gast in der Box. Er ist mit seiner Karriere ein großes Vorbild für mich. Deshalb wäre es ein Traum, mal mit ihm zu arbeiten.“

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Wie sehen deine Pläne für die weitere Saison aus, neben dem virtuellen natürlich auch realen Rennsport? Was ist noch vorgesehen?

Zug: „Vorgesehen ist für dieses Jahr, die komplette GT3-Saison in Italien mitzufahren. Bei unserem Einsatz im vergangenen Jahr in Monza haben wir die Rennserie kennengelernt und werden mit BMW Italia dort an den Start gehen. Dazu ist auch vorgesehen, mit MRS GT Racing im ADAC GT Masters mit dem BMW M6 GT3 anzutreten und auch in Deutschland den Schritt von der GT4 in die GT3 zu machen.“

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Marius Zug

Du bist bereits jetzt überaus erfolgreich unterwegs? Wo soll dich deine Karriere noch hinführen?

Zug: „Ich denke, dass der GT3-Sport für mich ein fester Bestandteil wird, weil er auch in meinen Augen zukunftsweisend ist. Es gibt ja auch einige große Rennen mit GT3-Autos wie Daytona, Nürburgring, Bathurst und Spa. Aber auch Langstreckenrennen wie beispielsweise mit dem BMW M8 GTE in Amerika oder in Le Mans würden mich sehr reizen.“

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Welches Rennen oder welche Serie steht auf Position eins deiner persönlichen Bucket List?

Zug: „Für jeden Rennfahrer mit Dach über dem Kopf sind die 24 Stunden von Le Mans eines der größten Rennen überhaupt. Da wäre ich schon gerne mal am Start – und am liebsten auch auf dem Podest.“

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Und welches BMW Rennfahrzeug würdest du gerne einmal fahren?

Zug: „Zurzeit ist die Speerspitze bei BMW natürlich der BMW M4 DTM. Aber auch der BMW M8 GTE ist toll, weil er ein bisschen seriennäher und der Unterschied zum GT3-Auto nicht mehr so groß ist. Aber wenn man zurückblickt, dann hätte ich auch große Lust, mal ein Formel-1-Auto aus der BMW Historie zu fahren.“

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