Portrait von Dirk Häcker.

DER ULTIMATIVE HÄRTETEST.

Das BMW M Testcenter am Nürburgring.

Der ultimative Härtetest.Das BMW M Testcenter am Nürburgring.

Im M Testcenter am Nürburgring schlägt das Motorsport-Herz der BMW M GmbH. Mitten im kleinen Ort Nürburg und direkt an der legendären Nordschleife werden bereits seit den 1960er Jahren BMW Fahrzeuge unter extremen Bedingungen dem ultimativen Härtetest unterzogen. Seit 1991 dient das Gebäude der BMW Group und der M GmbH offiziell als Testcenter. Dafür verantwortlich ist Dirk Häcker. Der Leiter Entwicklung M Automobile und BMW Individual blickt auf jahrzehntelange Nordschleifen-Erfahrung zurück und ist der perfekte Gesprächspartner für eine Vorstellung des M Testcenters, das aktuell auch dem BMW Junior Team als Basis dient.

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DIE GESCHICHTE.

 
Bereits seit den 1960er Jahren sind BMW Testfahrer Dauergäste an der Nordschleife. Ihre Anlaufstelle war lange Zeit der BMW Handelsbetrieb von Willi Martini, einem BMW Händler aus Nürburg. 1991 wurde dieser Betrieb dann von BMW übernommen und diente fortan offiziell als Testcenter. Und nicht nur das: Auch die BMW Motorsport Teams nutzten in den ersten Jahren die Räumlichkeiten als Lager. Zudem war das Testcenter, in dem bis heute jedes Fahrzeug der BMW Group, das neu entwickelt wurde, seine Testzyklen durchläuft, Stützpunkt für das BMW Ring-Taxi. Dabei handelte es sich um einen BMW M5, mit dem professionelle BMW Testfahrer Taxifahrten für Jedermann über die mehr als 20 Kilometer lange Nordschleife durchgeführt haben. Einer dieser Fahrer war Dirk Häcker, der seit 2015 für das M Testcenter verantwortlich ist und immer noch regelmäßig selbst hinter dem Steuer sitzt. „Ich habe 1988 angefangen, bei BMW in der Entwicklung zu arbeiten und kenne die Nordschleife bestens“, sagt Häcker. „Unter anderem bin ich drei Generationen des BMW M5 Ring-Taxis selbst gefahren. Noch heute lasse ich es mir nicht nehmen, selbst regelmäßig Testfahrten zu absolvieren.“
 
Als Entwicklungsingenieur hat Häcker zwischen 2003 und 2006 auch den Ausbau des M Testcenters auf die heutigen Ausmaße miterlebt. In drei Bauabschnitten seit Oktober 2003 entstanden moderne High-Tech-Werkstattbedingungen, die optimale Voraussetzungen für den Testbetrieb der BMW Group und der BMW M GmbH bieten.
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Ansicht des BMW M Testcenters.
BMW Motorsport Simulatoren.
  • 16 Test- und Erprobungswochen im Jahr auf der Nordschleife werden genutzt, um BMW M, BMW, MINI und Rolls Royce Modelle abzustimmen
  • Anschließend erfolgt der Dauerlauf – für M Fahrzeuge bedeutet das 8.000 km auf der Nordschleife
  • Betreuung von ca. 40 Fahrzeugen pro Testwoche, also rund 640 Fahrzeugen in den 16 Wochen Testsaison
  • Dauer der Abstimmung eines neuen Fahrzeugs: ca. 2,5-3 Jahre vom ersten Prototyp bis zur Markteinführung



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FAKTEN ZUM M TESTCENTER.

  • Bebaute Fläche: ca. 1.200 Quadratmeter
  • Grundsätzlich gleiche Ausstattung wie im Hauptsitz in München:
    • 11 Hebebühnen, Achsmessbühne, Dämpferprüfstand, Reifenmontagemaschinen, Wuchtmaschinen, mechanische Werkstatt
    • Die Technik wird permanent auf dem neuesten Stand gehalten
  • Zwei permanente Mitarbeiter
  • Bis zu 46 Bildschirmarbeitsplätze für Testingenieure
  • Digitalisierte Testüberwachung: Testfahrer und Zentrale stehen permanent über Funk in Kontakt

 

 

 

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BMW M Testcenter Nürburgring.

DIRK HÄCKER IM INTERVIEW.

Herr Häcker, Sie haben eine ganz besondere Beziehung zur Nordschleife, inwiefern?

 

Dirk Häcker: „Ich kenne die Nordschleife schon seit 1981, als ich zum ersten Mal mit dem Motorrad darauf gefahren bin. 1988 bin ich dann als Entwicklungsingenieur zu BMW gekommen und ab dieser Zeit sehr oft auf der Nordschleife unterwegs gewesen. Unter anderem mit drei Generationen des BMW M5 Ring-Taxis. Entsprechend gut kenne ich natürlich auch das M Testcenter, sowohl als Kunde als auch in den letzten fünf Jahren als Verantwortlicher.“

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Sind Ihre Testfahrer auf die Nordschleife spezialisiert?

 

Häcker: „Nein, und das ist uns auch sehr wichtig. Sie kennen sich dort natürlich sehr gut aus, sie kommen aber genauso in unseren anderen Testzentren in Miramas oder in Arjeplog am Polarkreis zum Einsatz. Schließlich sollen sie die Fahrzeuge gesamthaft verstehen und testen und eben nicht nur auf der Nordschleife.“

 

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Noch länger reicht die Beziehung von BMW zur Nordschleife zurück, richtig?

 

Häcker: „Das stimmt. BMW ist ein Partner der ersten Stunden der Nordschleife. Man muss wissen, dass die Strecke 1927 – also vor mehr als 90 Jahren – nicht als Renn-, sondern als Teststrecke für die Automobilindustrie eröffnet wurde. Seitdem hat sie sich zur international intensiv genutzten Teststrecke für Hersteller und Zulieferer entwickelt. Allerdings ist BMW dank seiner langen Historie der einzige Hersteller, der mit dem M Testcenter direkt im Ort Nürburg verwurzelt ist. Alle, die später kamen, haben ihre Zentren ausschließlich in einem nahegelegenen Gewerbegebiet. Ich bin sehr stolz darauf, wie tief wir hier in der Region verwurzelt sind und was für tolle Partnerschaften sich entwickelt haben. Die gegenseitige Wertschätzung ist sehr hoch. Diese durch respektvolles Verhalten zu pflegen, ist mir sehr wichtig.“

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Halbnahe Aufnahme von Dirk Häcker.
Ich bin sehr stolz darauf, wie tief wir hier in der Region verwurzelt sind und was für tolle Partnerschaften sich entwickelt haben.
Dirk Häcker, Leiter Entwicklung BMW M GmbH über die Beziehung zur Nordschleife.

Was macht die Nordschleife zur perfekten Teststrecke?

 

Häcker: „Sie ist sehr lang, selektiv und bietet viele verschiedene Herausforderungen. Hohe Geschwindigkeiten, schnelle Kurven, große Höhenunterschiede. Sie hat alles, was wir brauchen, um ein Fahrzeug umfassend zu testen. Wenn es auf diesem Kurs nicht nur schnell, sondern auch sicher unterwegs ist, besteht es den Test auf jeder anderen Strecke. Wir testen unsere Fahrzeuge übrigens nicht nur auf der Rennstrecke. Wir nutzen auch die öffentlichen Straßen rundherum, denn schließlich müssen alle BMW M Fahrzeuge natürlich auch perfekt alltagstauglich sein.“

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Können Sie den Testzyklus beschreiben, den ein M Fahrzeug am Nürburgring durchläuft?

 

Häcker: „Wir fangen in der Regel zweieinhalb bis drei Jahre vor Serienreife mit ersten Modul-Versuchsträgern an. Dann geht es weiter mit Abstimmungsfahrten für Spezialgebiete wie Reifen, Lenkung, Federn und Dämpfer. Abschließend folgt der 8.000 Kilometer lange Dauerlauf, in dem das Fahrzeug beweisen muss, dass es den Belastungen der Nordschleife gewachsen ist. Wir reden da also über 400 Runden, die sich mindestens zwei Testfahrer aufteilen. Unterbrochen werden diese Dauerläufe nur für Sicherheitschecks, Wechsel von Verschleißteilen, Auslesen von Messdaten – und natürlich zum Nachtanken und Fahrerwechsel. Das ist für Mensch und Maschine schon eine enorme Herausforderung.“

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Fahren Sie selbst noch Tests?

 

Häcker: „Auf jeden Fall! Das lasse ich mir nicht nehmen. Ich finde, es gehört zum Chef sein dazu, auch sein Handwerk zu verstehen. Ich kann nicht alles besser als meine Mitarbeiter, aber ich will verstehen, wie ihr Tagesgeschäft aussieht. Ich tausche mich auch sehr gerne mit meinen Teams über die Eindrücke am Lenkrad aus. Das macht mir Spaß, ist mir aber auch wichtig. Denn ich persönlich lege zum Beispiel großen Wert darauf, dass ein BMW M Fahrzeug nicht nur von Experten am Limit bewegt werden kann, sondern auch für den normalen Kunden ohne Probleme zügig und sicher zu bewegen ist. Darüber hinaus bin ich auch seit 1999 als Instruktor bei der BMW und MINI Driving Experience auf der Nordschleife im Einsatz. Großer Vorteil dabei ist der direkte Kontakt zum Kunden, um zu verstehen, welche Wünsche und Bedürfnisse er hat.“

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Wie wichtig ist Ihnen auch die Meinung der BMW Werksfahrer, die ja überwiegend in BMW M Fahrzeugen unterwegs sind?

 

Häcker: „Deren Meinung interessiert uns sehr. Es ist spannend zu erfahren, wie ein Profi das Fahrverhalten bewertet. Ebenso schön ist es für mich natürlich auch, immer wieder zu hören und zu sehen, wie viel Spaß sie mit unseren Fahrzeugen haben.“

 

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Foyer des BMW M Testcenters.

DAS BMW JUNIOR TEAM IM M TESTCENTER.

BMW Motorsport hat in der Saison 2020 das in den 1970er Jahren legendäre BMW Junior Team aufleben lassen. Dan Harper, Max Hesse und Neil Verhagen treten in verschiedenen BMW M Motorsport Fahrzeugen bei Rennen auf der Nordschleife an und wohnen gemeinsam in einem Haus in unmittelbarer Nähe zur Strecke. Ihr zentraler Stützpunkt für Mental- und Simulatortraining ist das M Testcenter. Das Foyer wurde für die Bedürfnisse der Nachwuchsfahrer umgestaltet und trägt als Markenzeichen die Farben des BMW Junior Teams. Die neue Gestaltung macht das M Testcenter umso mehr zu einem Blickfang mitten in Nürburg. „Ich war von Anfang an von der Idee begeistert und habe sie unterstützt. Ausbildung junger Motorsport-Talente und das M Testcenter – das passt aus meiner Sicht hervorragend zusammen“, sagt Häcker.

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