DER MYTHOS LEBT.

Die Nürburgring-Nordschleife.

Über 20 Kilometer Länge, Eröffnung am 27. September 1925, erstes Rennen am 19. Juni 1927 – soweit die nackten Zahlen. Doch es sind nicht die Fakten, welche die Faszination der Nordschleife ausmachen, es sind die Emotionen.

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Die Nordschleife ist die längste permanente Rennstrecke der Welt. Sie verlangt von den Fahrern Können, Mut und jederzeit einen kühlen Kopf. Eine zusätzliche Herausforderung sind die Wetterbedingungen in der Eifel, die sich binnen Minuten ändern können. Regen, Hagel, sogar Schneeschauer sind selbst im Juni keine Seltenheit.

Aber auch bei trockenen Verhältnissen stellt die Nordschleife das Talent der Fahrer über die gesamte Distanz auf die Probe. Kaum haben sie die Nürburgring Grand-Prix-Strecke verlassen, erwartet sie zwischen Hatzenbach und Hoheneichen die erste Schlüsselstelle. Das Kurvengeflecht erfordert ein gutes Auge bei der Linienwahl. Fehler, die bei der Einfahrt gemacht werden, lassen sich nur schwer wieder korrigieren.

Zwischen Flugplatz und Schwedenkreuz wird es schnell. Die Fahrer müssen mit hohem Tempo Kuppen und Senken bewältigen. Auch hier ist die exakte Kenntnis der richtigen Linie ein großer Vorteil. In der Fuchsröhre folgt ein weiterer bekannter Abschnitt der Nordschleife. In der Senke werden die Piloten in ihre Sitze gepresst, hinter der nachfolgenden Kuppe wartet die Schikane Adenauer Forst. Das Bergwerk zählt zu den wichtigsten Passagen der Strecke. Wer hier zu langsam ist, dem fehlt der nötige Schwung für das folgende Bergaufstück. Im Carraciola-Karussell führt die Fahrt durch eine Steilkurve aus Betonplatten.

Im Bereich Eschbach und Brünnchen rächt sich erneut jeder Fehler. Vor allem die so genannte „Eiskurve“ am Ausgang der Passage bietet wenig Grip. Unfälle sind auch hier keine Seltenheit. Die Nordschleife ist berühmt für ihre Sprünge, besonders im Bereich Pflanzgarten. Die Kuppen müssen gerade überfahren werden, unruhige Lenkbewegungen sind zu vermeiden. Vorsicht ist bei Regen geboten: Der Eingang in diesen Abschnitt ist äußerst glatt.

Der Bereich Schwalbenschwanz zählt zu den schönsten Kurvenkombinationen der Nordschleife. Gegen Ende der Runde lauert am Galgenkopf eine weitere Schlüsselstelle: Leicht sind hier durch unpräzise Fahrweise wertvolle Sekunden verschenkt. Auf der Schlussgerade Döttinger Höhe erreichen die Autos ihre höchsten Geschwindigkeiten auf der Nordschleife.

HÖLLENRITT