PIT STOP PERSPECTIVES.

SO LÄUFT EIN BOXENSTOPP
IN DER IWSC AB.

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Pit Stop.

So läuft ein Boxenstopp in der IWSC ab.

In der DTM dauert ein Boxenstopp in der Regel unter drei Sekunden. Das BMW Team RLL kann sich in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship (IWSC) zwar ein bisschen mehr Zeit lassen, trotzdem muss in den 36 Sekunden, in denen der BMW M6 GTLM durchschnittlich in der Boxengasse steht, alles präzise und schnell gehen. Während in der DTM zwölf Mechaniker bei der Abfertigung des Fahrzeugs Hand anlegen, sind es in der IWSC nur drei. Der perfekte IWSC-Boxenstopp aus spannenden Perspektiven.

1 // Dirk Werner, Fahrer
„Wenn von unserem Chefstrategen Jay O’Connell über Funk die Ansage ,Pit this lap’ kommt, dann biege ich mit meinem BMW M6 GTLM in die Boxengasse ein. Am Eingang der sogenannten Pit Lane drücke ich den Geschwindigkeitsbegrenzer am Lenkrad, denn ab jetzt gilt Tempo 80. Bin ich zu schnell, werde ich bestraft, und das will ich nicht riskieren. Ich halte Ausschau nach Jim Volini, der mit dem Lollipop – ein rundes Schild, das an einer Stange befestigt ist – genau die Stelle markiert, an der ich mit der Front des Autos zum Stehen kommen muss. Auch dann muss ich konzentriert bleiben. Sobald ich wieder Bodenkontakt habe, starte ich den Motor, lasse die Kupplung kommen und fahre bei gedrücktem Begrenzer los. Erst am Ende der Boxengasse gebe ich wieder Vollgas.“


2 // Jimmy, Fahrzeugchef, Radwechsel vorne
„Wir stehen bei einem Boxenstopp enorm unter Druck. Wir wissen, wie viel von uns abhängt, dass jede Sekunde zählt. Dennoch müssen wir konzentriert bleiben, dürfen keinen Fehler machen. Da braucht man Nerven aus Stahl. Noch bevor Dirk den Stopp über Funk angesagt bekommt, steht die gesamte Crew einsatzbereit an der Boxenmauer. Sobald das Auto steht, springen alle über die Mauer und ich renne in Position. Die äußeren Räder werden zuerst gewechselt. Ich löse mit dem Schlagschrauber die Radmutter, ziehe den gebrauchten Reifen herunter. Marty sammelt ihn ein. Danach montiere ich das neue Rad. Nun sprinte ich zum linken Vorderrad, um es zu wechseln. Dann vergewissere ich mich, dass auch die Hinterreifen getauscht wurden. In der Sekunde, in der Mike den Schlauch aus dem Tank zieht, gebe ich Dirk das Zeichen zum Losfahren.“


3 // Mike, Betankung
„Wenn das Auto in die Boxengasse abbiegt, sitze ich schon auf der Mauer und halte den Tankschlauch und das Ventil in der Hand. Vorher habe ich das System bereits entlüftet. Ist Luft im Schlauch, wird das Benzin nicht mit dem erforderlichen Druck in den Tank gepumpt, und der Stopp dauert länger als geplant. Wie viel wir tanken, kommt ganz auf das Rennen an. Im Schnitt sind es um die 100 Liter Kraftstoff. Man weiß nie, wie das Auto genau hereinkommt. In der Regel bleiben die Piloten aber punktgenau stehen, und das ist für mich sehr wichtig, da ich mich ja mit der schweren Kanne bewegen und die Tanköffnung präzise treffen muss. Steht das Auto vor mir, drücke ich das Ventil auf den Tank. Das Betanken kostet beim Boxenstopp die meiste Zeit. Sobald ich also den Schlauch wieder vom Tank abziehe, kann das Auto zurück auf die Strecke.“

 

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4 // Chris, Radwechsel hinten
„Was Jimmy vorne am Fahrzeug macht, das erledige ich hinten. Unsere Arbeit läuft nahezu synchron ab. Es ist wie bei einem 100-Meter-Sprinter, man ist konzentriert, legt dann explosionsartig los und wechselt so schnell es geht das Rad. Bin ich damit fertig, gebe ich Jimmy ein Zeichen, damit er weiß, dass alle Räder festsitzen. Wir sind ein eingespieltes Team. Das Boxenstopp-Training ist ein entscheidender Bestandteil der Vorbereitungen auf ein Rennwochenende. Wann immer wir Zeit haben, üben wir Pit Stops – ob zu Hause in der Teamgarage in Ohio oder direkt an der Strecke. Bevor es im Rennen zu einem Stopp kommt, haben wir jeden Handgriff hundertfach trainiert, damit nichts schiefgeht. Über das Jahr sind es bestimmt an die 1.000 Stopps.“


5 // Larry, Sicherheit
„Mein Werkzeug ist der Feuerlöscher, denn ich bin für die Sicherheit beim Stopp zuständig. Rollt das Auto heran, ziehe ich einen Bolzen aus dem Feuerlöscher, damit er einsatzbereit ist. Sollte beim Tanken etwas schiefgehen, dann bin ich zur Stelle. Zum Glück ist noch nie etwas Ernsthaftes passiert.“


6 // Marty, Luftlanze
„Ich bin der Luftlanzenmann. Kommt das Auto zum Stehen, steche ich mit der Luftlanze in die dafür vorgesehene Vorrichtung am Auto. Die pneumatische Hebeanlage wird ausgelöst. Das System füllt sich mit Luft und vier Hydraulikstempel, die hinter den Rädern angebracht sind, schießen aus dem Unterboden. Das Fahrzeug hebt sich selbst an. Sind die Reifen gewechselt und ist der Tank gefüllt, ziehe ich die Lanze heraus. Die Luft entweicht aus dem System, das Auto fällt herunter. Der Fahrer kann Gas geben.“

7 // Uwe, Renningenieur
„Ich halte die Crew auf dem Laufenden, wie lange das Betanken noch dauert. Das hilft unserem Tankmann Mike, sich auf das Herausziehen des Ventils vorzubereiten. Während des Stopps beobachte ich außerdem die Daten des Autos und gebe die verbleibende Zeit für den Tankvorgang an Jay O’Connell weiter, der sie über Funk den Mechanikern und Fahrern mitteilt. Die 36 Sekunden, die ein Stopp in der Regel dauert, laufen vor mir ab wie ein Film.“


8 // Dave, Radwechsel
„Beim Boxenstopp stehe ich hinter der Mauer und unterstütze Jimmy und Chris beim Reifenwechsel. Meine Aufgabe ist es, die neuen Räder bereitzuhalten und sie den Jungs zu reichen, sobald sie gebraucht werden. Nach einem Stopp schaue ich auch schon mal in Richtung Boxengassenausgang, ob wir jetzt eine Position gewonnen haben oder nicht –das ist natürlich die Motivation dafür, jedes Mal einen perfekten Stopp hinzulegen.


9 // Rob, Betankung
„Ehe Mike mit der Betankung starten kann, öffne ich das Sicherheitsventil an der Unterseite des Tanks, damit das Benzin mit Druck durch den Schlauch schießen kann. Gibt es ein Problem beim Betanken, schließe ich das Ventil wieder – und der Benzinfluss ist gestoppt. Ob es den perfekten Stopp wirklich gibt? Nein, man kann immer noch etwas verbessern.“